Bewegendes Drama über werdende Mutter, die vor der schier unlösbaren Entscheidung steht, ob sie ein behindertes Kind zur Welt bringen soll oder nicht. Ein mutig und konsequent erzählter Film, der lange nachhallt.
Astrid bringt als Kabarettistin die Menschen zum Lachen. Ihr Freund Markus ist auch ihr Manager. Sie funktionieren gut miteinander, sind ein eingespieltes Team und haben eine neunjährige Tochter. Außerdem erwarten sie gerade ihr zweites Kind. Im sechsten Monat der Schwangerschaft erfährt das Paar bei einer Routineuntersuchung, dass ihr ungeborenes Kind mit dem Down-Syndrom und einem schweren Herzfehler zur Welt kommen wird. Von einem Tag auf den anderen wird die Routine der jungen Familie komplett über den Haufen geworfen. Von Tag zu Tag wechseln Gewissheit und Optimismus mit Niedergeschlagenheit, Panik und Ratlosigkeit.
Beeindruckend und ergreifend erzählt Anne Zohra Berrached in ihrem Film vom Trauma eines werdenden Elternpaares. Dass der schwierige Entscheidungsprozess, den beide durchlaufen, nicht in richtig oder falsch und schwarz oder weiß unterteilt werden kann, macht der Film in stimmigen Dialogen und komplex erarbeiteten Szenen deutlich. Der fast schon dokumentarische Erzähleindruck ist auch der Beteiligung echter Ärzte und Schwestern zu verdanken. Das so entstandene hohe Maß an Sachlichkeit und Authentizität verstärkt den Konflikt der Figuren und lässt den Zuschauer an der schwierigen Situation des Paares teilhaben. 24 Wochen ist Anne Zohra Berracheds Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg.
“Die Konflikte des Paares um die richtige Entscheidung werden dramaturgisch brillant entwickelt.” (Aus der Begründung der Jury der Filmbewertungsstelle zur Verleihung des Prädikats “Besonders Wertvoll”)
“24 WOCHEN erwischt einen tief drinnen, weil es ein radikaler Film ist, der sich dorthin begibt, wo andere abblenden – in die dunkle Einsamkeit einer existenziellen Entscheidung.” (Berliner Zeitung)
“Ein Film mit größtmöglicher Nähe.” (Tagesspiegel) Ralph Eue, 06.10.2016